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 W E G E
 
 

Am vierten Tage, da ich noch ein einziges Geldstück in meiner Tasche hatte, gelangte ich an eine Wegekreuzung.

Der erste Weg war bedeckt mit dem schwärzesten Sand, der je unter meine Füße gekommen war – vorbei an dem Weizenfeld, über zwei bis drei Wiesen mit verdorbenen Apfelbäumen, verwandt er sich überzeugt nach Süden, ehe er sich auflöste in Gelb und Orange welche herrschten über die Farben.

Der zweite führte in die versandeten Kämme der Wanderdünen, verirrte sich im Kreis und sank knöcheltief. Schließlich wurde er selbst zur Fata Morgana ohne jemals wieder gesehen zu werden.

Der dritte Weg – bald ein grünlich feuchter Trampelpfad – arbeitete sich mühsam aus der Umgebung heraus, überkam den versteinerten Wald bis hoch in die Berge. In den nördlichsten aller Gipfel, erstarrt zu geborstener Kälte: Einzig Kristall.

Ich aber kam aus der Ebene und wollte ans Meer ...

 

Ylva Hinds 1979

 

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